| Allgemeine Ernährungsempfehlungen |
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Eine zentrale Säule des Ayurveda und der Gesundheit ist die Ernährung. Von der richtigen Ernährung sind die gesunde Entwicklung und Funktion des Körpers und seiner Gewebe, aber auch die Klarheit des Geistes und das psychische Wohlbefinden abhängig. Das Ziel jeder Mahlzeit sollte sein, dem Organismus neue Lebensenergie zu schenken, ohne den Verdauungstrakt über Gebühr zu belasten. Die folgenden Ernährungsempfehlungen haben sich über Jahrhunderte als wichtige Basis zur Gesunderhaltung herausgebildet. Sie sind ein essenzieller Pfeiler der ayurvedischen Präventions- und Ernährungslehre und sollten möglichst von jedem Menschen umgesetzt werden.
Essen Sie in Maßen, denn sowohl zu viel, als auch zu wenig Nahrung führt zu Störungen. Dazu vierteln Sie in Ihrer Vorstellung das Fassungsvermögen Ihres Magens: Zwei Teile sind für feste und ein Teil für flüssige Nahrung (Getränke oder Suppen) gedacht; der vierte Teil sollte frei bleiben, damit die Verdauungsfunktionen nicht gestört werden. Der Magen sollte sich nach der Mahlzeit nicht schwer anfühlen. Es sollte weder ein Druck auf Herz und Lunge entstehen noch deren Funktion beeinträchtigt werden. Sie sollten sich nach dem Essen beim Stehen, Sitzen, Liegen, Gehen und beim Atmen, Lachen und Reden wohl fühlen.
Um das Verdauungsfeuer „agni“ nicht zu löschen, sollte man am besten eine bis eineinhalb Stunden vor und nach dem Essen nichts trinken. Zum Essen hat sich das schluckweise Trinken von einem Glas heißen Wasser jedoch als verdauungsfördernd erwiesen. Ausnahmen vor dem Essen bilden jedoch verdauungsanregende Tees. Ideale Getränke sind warmes Leitungs- oder stilles Mineralwasser und Kräutertees.
Ihre Nahrung sollte hochwertig, frisch und mit viel Liebe zubereitet sein. Die beste Qualität bieten Eigenanbau und Bioläden, da hier die Produkte so wenig wie möglich mit Düngemitteln, Insektiziden, Konservierungsmitteln und Schadstoffen belastet sind. Außerdem sollten saisonale Produkte aus der Region bevorzugt werden.
Kochen Sie möglichst selbst und essen Sie warme Mahlzeiten. Warme Speisen regen die Verdauung und den Stoffwechsel an. Selbst schwer Verdauliches kann dann besser aufgespalten und verwertet werden. Und selbst gekochte Mahlzeiten haben den größten „Heilwert“. Die Hauptmahlzeiten d. h. das Mittag und das Abendessen sollten stets warm eingenommen werden. Essen Sie „feuchte“ Nahrung, die mit etwas Öl oder Ghee zubereitet ist, hierdurch wird die Verdauung erleichtet. Das Essen schmeckt besser, denn Fett ist ein Geschmacksträger, und Körper und Sinnesorgane werden gestärkt.
Achten Sie bei der Wahl der Nahrungsmittel auf Ihre ganz persönlichen Vorlieben und Verträglichkeiten d. h. Ihre Konstitution „prakriti“ sowie auch Ihren gegenwärtigen Gesundheitszustand „vikriti“.
Die jahrhundertelange Erfahrung des Ayurveda hat gezeigt, dass gewisse Nahrungsmittel nicht miteinander kombiniert werden sollten. Im Ayurveda werden diese „falschen Kombinationen“ immer wieder als Ursachen von verschiedenen Erkrankungen angesehen. Sie behindern die Transportfunktionen und „verunreinigen“ das Blut, was z. B. die Hauptursache vieler Hautkrankheiten ist. Milch - sie sollte niemals gemeinsam (also zur gleichen Mahlzeit) mit Saurem und Salzigem, Fleisch, Fisch, Knoblauch, Rettich, Granatäpfeln, Blattgemüse, Senf, Sesamsamen, Basilikum oder Bananen gegessen werden. Milch ist ein sehr hochwertiges Nahrungsmittel, sie sollte immer aufgekocht und sehr warm getrunken werden und möglichst „allein“ eingenommen werden (eine bis eineinhalb Stunden vor und nach der Milch nichts anderes). Milchfreundlich sind: Mango, Weintrauben, Honig, Ghee, Butter, Ingwer, Pfeffer, Zucker, Reisflocken, Gerste. Fleisch - von gezüchteten Tieren und von solchen, die in Feuchtgebieten leben, sollte nicht mit Honig, Sesam, Milch, Rettich, Zuckerrohrprodukten oder Sprossen kombiniert werden. Fisch nicht mit Banane, Jogurt und Buttermilch kombinieren. Außerdem sollten Honig und Ghee oder Honig und Wasser nie zu gleichen Teilen eingenommen werden. Frische Früchte am besten immer alleine essen. Sie eignen sich als Zwischenmahlzeit am späten Vormittag. Tierische Eiweiße untereinander nicht mischen.
Essen Sie regelmäßig 2–3 warme Mahlzeiten am Tag - kaum etwas ist der Verdauung zuträglicher. Morgens ist ein kleines, leichtes, warmes Frühstück ideal, da die Verdauungsfunktionen durch die Nachtruhe noch träge sind. Zu Mittag ist die Verdauungskraft am stärksten – hier sollte die Hauptmahlzeit eingenommen werden. Am Abend sollten warme, leichte Speisen bevorzugt werden. Das Abendessen wird idealerweise drei, besser noch vier Stunden vor dem Schlafengehen eingenommen. Schwer verdauliche Nahrungsmittel wie Käse, Fleisch, Rohkost und frisches Obst am Abend vermeiden.
Essen Sie an einem geeigneten Ort an dem Sie sich wohl fühlen. Die psychische Komponente ist bei der Nahrungsaufnahme sehr wichtig. Essen Sie in Ruhe, jedoch nicht zu langsam. Kauen Sie jeden Bissen gut (ca. 20-30-mal) – Ihr Magen hat keine Zähne und Sie nehmen ihm so eine Menge Verdauungsarbeit ab. Genießen Sie das Essen und widmen Sie ihm die volle Aufmerksamkeit. Wenn Sie zu viel reden, vielleicht hitzig diskutieren oder sogar streiten, bringen Sie sich um einen hohen Genuss, beeinträchtigen die Verdauung und auf lange Sicht Ihre Gesundheit.
Am besten ist es, erst wieder zu essen, wenn die vorangegangene Mahlzeit verdaut ist. Nur so werden die Verdauungs- und Stoffwechselprozesse nicht belastet. Deswegen sollten Sie zu viele Mahlzeiten und häufige Snacks vermeiden. Die Nahrung, die Sie morgens und mittags zu sich nehmen, sollte am Abend verdaut sein und das Abendessen am nächsten Morgen.
Im Ayurveda gilt eine Mahlzeit als ausgewogen, die alle sechs Geschmacksrichtungen also süß, sauer, salzig, scharf, bitter, herb enthält.
Nährend, gut verträglich und für jeden Konstitutionstyp geeignet sind diese Nahrungsmittel: Weizen, Dinkel, Reis, Mung-Linsen bzw. -Bohnen; Kartoffeln, Zucchini, Kürbis, Karotten, Auberginen, Blumenkohl, Rote Beete, Steckrüben, Fenchel; Mandeln; süße also reife Äpfel, Birnen, Trauben, Honigmelone, Feigen, Datteln, Papayas und Mangos; Ghee, Olivenöl; Honig.
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