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Ayurvedische Ernährung - ein Fest für Leib und Seele
Eine zentrale Säule des Ayurveda und der Gesundheit ist die Ernährung. Das Ziel jeder Mahlzeit sollte sein, dem Organismus neue Lebensenergie zu schenken, ohne den Verdauungstrakt über Gebühr zu belasten. Neue Lebensenergie gewinnt man am besten aus biologisch angebauten, regionalen und saisonalen Produkten, die frisch und mit einer großen Portion Liebe zubereitet werden. Durch eine geschickte Nahrungsmittelauswahl und -zusammenstellung sowie eine ansprechende Präsentation kann das einfachste Menü zu einem Festmahl werden.
Ayurveda-Frühstücksbrei
Zutaten: Ghee Gemahlene Gewürze wie: Kardamom; Zimt; Nelken und Safran Gries (aus Dinkel, Weizen, Kamut,…) oder Getreideflocken aus Dinkel, Gerste, Weizen Milch/Wasser-Gemisch oder nur Milch oder nur Wasser Rosinen bzw. ein paar Datteln zum Süßen (wer beides nicht mag, verwendet Rohrohrzucker)
Gries bzw. Getreideflocken zuerst im Topf trocken also ohne Zugabe von Ghee kurz anrösten. Danach etwas Ghee in einem Topf erhitzen und die gemahlenen Gewürze hinzufügen, zirka 20 Sekunden bei nicht zu starker Hitze anrösten. Wenn der Topf / Ghee zu heiß ist, brennen die Gewürze schnell an! Danach die Gewürze mit einer Mischung aus Wasser/Milch oder nur Milch oder nur Wasser aufgießen. Safran und Rosinen oder klein gehackte Datteln hinzufügen oder je nach Geschmack Rohrohrzucker einrühren. Wenn das Ganze ein Mal aufgekocht hat, den Gries einrühren – aufkochen unter ständigem Rühren auf kleiner Flamme einkochen lassen, vom Herd nehmen und zugedeckt ein paar Minuten ziehen lassen. Die Getreideflocken ein Mal aufkochen lassen und dann vom Herd nehmen. Zugedeckt ca. 10 bis 15 Minuten ziehen lassen – durchrühren und fertig! Zum Getreidebrei passen sehr gut: Honig, Nüsse, Trockenfrüchte Wenn der Brei ohne Milch gemacht wird, kann ein Kompott dazu gegessen werden – zum Beispiel Apfel - oder Birnenkompott
Ghee – leicht selbst gemacht
Sie benötigen: 500 g Biobutter einen Topf mit dickem Boden ein Metallsieb ein Stück Küchenrolle oder ein Mulltuch (Stoffwindel) ein 500 ml Glas- oder Tongefäß
Das Ghee darf nicht anbrennen oder zu heiß werden. Sobald feste Bestandteile auf den Topfboden sinken, ist Vorsicht geboten. Das Ghee beginnt sich hellbraun zu verfärben, wird nach und nach immer klarer / durchsichtiger. Wenn es goldgelb und klar ist, keine Eiweißbestandteile mehr herumschwimmen und kein Wasserdampf mehr aufsteigt, ist es fertig. Tipp: Geben Sie einen Deckel für ein paar Sekunden auf den Topf – wenn noch Wassertröpfchen am Deckel sind, muss es noch weiterköcheln. Die vollständige Verdampfung des Wassers und die Trennung vom Eiweiß sind wichtig, denn nur so lässt sich Ghee nahezu unbegrenzt lagern. Sobald das Ghee fertig ist, gießt man es durch ein mit einer Küchenrolle oder Mulltuch ausgelegtes Metallsieb in einen kleinen Topf. Das Mulltuch sollte sofort nach dem Gebrauch mit Geschirrspülmittel ausgewaschen werden. Das fertige Ghee sollte noch einmal auf ca. 108 Grad erhitzt werden – mit Thermometer kontrollieren. In ein sauberes Gefäß füllen und kühl und dunkel – muss aber nicht im Kühlschrank sein - lagern. Deckel nur lose drauflegen oder mit einem Tuch und Gummiring verschließen Ghee ist hervorragend als Bratfett, aber auch als Butterersatz geeignet. Im Ayurveda gilt Ghee als rasayana, also als ein Nahrungsmittel, das die Gewebe regeneriert und funktionstüchtig erhält.
Zutaten für zwei Portionen: Mung-Dal (gelbe Linsen halbiert – Achtung: sind aber nicht gewöhnliche gelbe Linsen) ca. ½ Tasse Salz Lorbeerblatt eventuell ein Stück von einer Zimtstange, nach Geschmack Ghee Je ein halber bis ein Teelöffel von frisch zerstoßenem Kreuzkümmel oder Schwarzkümmel; frisch geriebenen Ingwer; Fenchelsamen; Koriander; Kurkuma Etwas Zitronensaft
Den Mung Dal unter fließendem Wasser gut abspülen. Die doppelte Menge Wasser mit dem Lorbeerblatt, etwas Salz und eventuell einem Stück Zimtstange (der Geschmack ist sehr intensiv) zum Kochen bringen. Die Linsen ins kochende Wasser geben und ca. 25 bis 30 Minuten kochen – die Linsen sollten zerfallen! Ghee in einem zweiten Topf erhitzen – es soll aber nicht rauchen. Zuerst den zerstoßenen Kreuzkümmel bzw. Schwarzkümmel anrösten. Ca. 10 Sekunden später den frischen Ingwer und die zerstoßenen Fenchelsamen dazugeben und weiterrösten – zum Schluss Koriander und Kurkuma hinzufügen – aber nur wenige Sekunden. Den Gewürzsud unter die Linsen rühren und noch ein paar Minuten weiterkochen und vom Herd nehmen. Abschließend mit etwas Butter, Salz und frischem Zitronensaft abschmecken. Zur Dekoration beziehungsweise Verbesserung des Geschmacks ein paar Koriander- oder Petersilblätter darüberstreuen.
Linsen sollten zu Mittag gegessen werden, weil die Verdauungskraft hier am stärksten ist - abends sind sie weniger gut verträglich. Zum Dal passen sehr gut: Basmatireis, oder im Rohr gebackene Kartoffelspalten, frisch angebratenes Gemüse der Saison (Kürbis, Zucchini, Fenchel,…) mild gewürzt, ein exotisches Chutney (Mango, Dattel,…) und ein wenig Rohkostsalat. Mung-Dal ist für alle Doshas sehr gut verträglich– vor allem für Kapha – weil es hilft überschüssiges Gewebe abzubauen.
Apfelkuchen ohne Teig
200 g Dinkelvollkornmehl oder anderes griffiges Mehl 200 g Dinkelgries – oder nach Belieben eine andere Sorte 200 g Rohrohrzucker fein gemahlen die Schale von 2 Biozitronen 1 EL Zimt 150- 200 g Biobutter 2 kg saftige Äpfel geschält
2. Äpfel raspeln 3. Eine Auflaufform oder ein Blech mit Butter einfetten 4. Abwechselnd Trockenmischung (Gries, Zucker, Mehl,...) und Äpfel schichten – mit Trockenmasse beginnen und abschließen 5. Anschließend Butterflocken darüber verteilen 6. Im vorgeheizten Backrohr bei 180 bis 200 ° bei Ober-Unterhitze ca. 1 Stunde backen. Dazu passt hervorragend eine Tasse Chai.
Zutaten für 4 Tassen: ½ Liter Wasser 2 EL Rohrohrzucker (oder nach Geschmack mehr) 1 EL Yogitee, klassisch (oder ein Beutel Chai) 3 Gewürznelken ½ Zimtstange 5 Kardamomkapseln 1 Sternanis eventuell ½ TL Fenchelsamen 150 – 200 ml Milch eventuell 1 TL Schwarztee
Die Milch mit den Gewürzen und dem Rohrohrzucker in einem Topf zum Kochen bringen und ca. 5 Minuten leicht köcheln lassen. Den Yogitee (oder Beutel Chai) hinzufügen und mit dem Wasser aufgießen. Ein paar Minuten ziehen lassen. Wer Schwarztee hinzugibt, diesen auch jetzt dazugeben und nach Geschmack 3 bis 5 Minuten ziehen lassen. Den Tee abgießen und genießen!
Wer mit ein paar Kilos zu viel kämpft, kann ihn auch ohne Milch machen – eventuell nur zum Schluss einen kleinen Schuss Milch oder Schlagobers in die Tasse geben. Um den Chai weniger anregend zuzubereiten, verzichten Sie auf die Zugabe von Schwarztee. Wenn Kinder mittrinken, kann man nur die Milch mit den Gewürzen kochen – auf Chai und Schwarztee verzichten - (hier mehr Milch nehmen und mehr Gewürze) und mit etwas Wasser aufgießen.
Klassisches Mango-Chutney
Chutneys setzen jedem ayurvedischen Essen die geschmackliche Krone auf. Mit ihrem einzigartigen Geschmack (sie enthalten alle sechs Geschmacksrichtungen - süß, salzig, scharf, bitter, sauer, zusammenziehend), ihrer cremigen Konsistenz sowie ihrem herrlichen Geruch und der erfrischenden Farbe sind sie nicht nur ein Fest für alle Sinne, sondern machen die Speisen auch bekömmlicher.
Zutaten für 4 Portionen: 2 Mangos 1 kleine Zwiebel 1 EL Sonnenblumenöl 4 Pimentkörner 2 Nelken 1TL Senfsamen 2 Chilischoten (wer es nicht so scharf mag, verwendet nur eine halbe Chilischote) 1 große Scheibe Ingwer 1 TL Curry (gibt es fertig abgemischt in jedem Supermarkt) 1/4 TL Garam Masala (Würzmischung in Ayurvedashops, Indischen Geschäften, auf Märkten erhältlich) 1/4 bis 1/2 Bund Koriandergrün 1TL Honig
Die Mangos schälen, das Fruchtfleisch vom Kern ablösen und in kleine Würfel schneiden. Das Öl in einem kleinen Topf erhitzen, die Senfsamen, die zerstoßenen Pimentkörner und Nelken dazugeben. Zwiebel, Chili, und Ingwer fein hacken und ebenfalls in den Topf geben. Unter Rühren leicht bräunen und das Currypulver hinzugeben. Das Mangofruchtfleisch unterrühren und unter öfterem Aufrühren 2-4 Minuten leicht köcheln lassen. Topf vom Herd nehmen und mit Honig, Salz, Garam Masala und frischem Koriandergrün abschmecken.
Mango-Chutney wird zum Geschmacksausgleich für salzige und scharfe Speisen gereicht. |
